Saisonvorbereitung

Sieht noch nicht nach Frühling aus, riecht aber so.

Bald ist es wieder so weit: der Frühling naht! Und wer in Naturkunde aufgepasst hat, der weiß: mit dem Frühling kommen auch die Motorräder wieder zurück! Klar, es gibt immer ein paar ganz harte Hunde, die über den Winter doppelt so viele Kilometer gemacht haben als davor im Sommer, weil im Sommer kann das ja jeder und im Winter halt nur die richtig krassen bla bla bla…

Für den überwiegenden Rest, egal ob mit oder ohne Saisonkennzeichen, dürfte die Realität aber eine andere gewesen sein: Man ist, wenn überhaupt, nur selten gefahren und dementsprechend eingerostet ist man. Es wird sich vor dem Saisonstart viel damit beschäftigt, dass das Motorrad technisch Fit ist. Batterien werden geladen, Luftdrücke werden kontrolliert, die Kette überprüft und hier und da werden ein paar bewegliche Teile geschmiert. Alles richtig und wichtig, aber auch der Fahrer sollte fit sein für die neue Saison.

Zu aller erst muss man sich klarmachen: langsam anfangen, nichts überstürzen. Nicht nur deshalb, weil wir, wie oben angemerkt, etwas eingerostet sind, sondern auch weil die Straßenverhältnisse zu dieser Jahreszeit noch nicht optimal sind. Die Fahrbahn ist kalt, auch an sonnigen Tagen im Schatten oft noch feucht und die Reifen haben so ihre Probleme Temperatur aufzubauen. Die noch Tief stehende Sonne beeinträchtigt nicht nur unsere Sicht, sondern auch die anderer Verkehrsteilnehmer. Und auch die müssen sich erst wieder an das Bild des Motorradfahrers im Straßenverkehr gewöhnen, denn die vielen „harten Winterfahrer“ sind dann doch nicht so häufig wie man sich erzählt.

Wir müssen uns also wieder herantasten. Und am besten geht das mit ein paar kleinen Übungen, die wir leicht in unsere ersten Touren einbauen können.

Bevor es losgeht

Bevor wir überhaupt los fahren, versuchen wir erst mal wieder eine Idee für das Gewicht des Motorrades zu bekommen. Wenn wir einen sicheren Stand haben, das Motorrad ruhig mal zwischen den Beinen nach links und rechts kippen lassen. Was auf den ersten Blick vielleicht albern erscheint verschafft uns recht schnell wieder einen Überblick über das Gewicht und den Schwerpunkt der Maschine

Während der fahrt

Was recht zuverlässig hilft wieder ein Gefühl für das geliebte Motorrad zu bekommen, ist etwas Slalom fahren bei unterschiedlichen Geschwindigkeiten. Man wird feststellen, was sich am Anfang noch etwas steif anfühlt, geht nach ein paar mal üben wieder locker von der Hand. Bei der Gelegenheit kann man sich auch direkt wieder ins Gedächtnis rufen, wie man ein Motorrad eigentlich einlenken lässt: über den Lenkimpuls.

Auch ein Händchen/Füßchen für das Bremsen müssen wir wieder bekommen. Das können wir ebenfalls recht einfach in die ersten Touren einbauen. Wenn hinter uns alles frei ist, ruhig mal beherzt runterbremsen. Was bei den ersten 2-3 Bremsungen noch zögerlich erfolgt ist bald wieder auf unserem alten Niveau und auch Vollbremsungen schocken uns nicht mehr. Bei Motorrädern mit ABS ruhig bis ins ABS rein bremsen. Um wieder ein Gefühl für die Hinterradbremse zu bekommen, diese auch mal separat bedienen. Das ruft uns zügig in Erinnerung, wie schnell die Hinterradbremse an die Grenzen ihrer Möglichkeiten stößt und wir stehen nicht mit herunter gelassenen Hosen da, indem wir die Bremskraft eben jener überschätzen.

Zur Erinnerung: die Bremse ist in der Regel rechts.

Sobald wir die ersten Kilometer abgespult haben, auch ruhig mal die Hände vom Lenker nehmen und ein Stück freihändig fahren. Auch das gibt viel Gefühl für das Motorrad zurück. Wenn es der Verkehr zulässt, können wir auch mal probieren freihändig einen leichten Slalom zu fahren. Das wird natürlich nicht so zackig wie mit dem Lenkimpuls funktionieren, aber ein leichter Slalom durch Gewichtsverlagerung sollte drin sein (je nach Motorrad mehr oder weniger).

Was beim Saisonstart ganz wichtig ist: von Anfang an korrekt fahren. Das heißt: Kurven richtig anfahren und anbremsen, an Kreuzungen etc. direkt wieder mit der Hinterradbremse heranrollen und ggf. anhalten, ein Auge auf die Blickführung haben und auch die anderen Verkehrsteilnehmer so argwöhnisch beobachten wie zum Ende der letzten Saison. Gerade nach einer längeren Pause schleichen sich leicht Fehler ein und sind nur mühsam wieder wegzubekommen.

Ganz generell

Was sich natürlich immer anbietet zum Saisonstart: ein Fahrsicherheitstraining oder ähnliches. Zum einen lernt man nie aus, zum anderen hat es nochmal eine ganz andere Qualität, wenn man die oben genannten Übungen unter Aufsicht und auf einem abgesperrten Gelände macht.

Und wer nach mehr Anregungen für Übungen sucht, die er einfach in seine Touren und den Motorrad Alltag einbauen kann, ist mit dem Buch Motorradtraining alle Tage von Bernt Spiegel gut beraten.

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