Moto Stereotypen: Kostümball

Büro-Job, (nicht selbst) gebügelte Hemden, schicke Schuhe und am wohlsten fühlt er sich, wenn alles exakt nach Vorschrift und Protokoll läuft. Einzig der gepflegte Bart (alle zwei Wochen zum Barbier muss schon sein) ist Ausdruck des Rebellen, der tief drinnen schlummert. Generell wird Konfrontationen eher aus dem Weg gegangen und die aufgestaute Wut, weil man ja in der Regel alles brav schluckt, was einem hingeschmissen wird, bekommen maximal die Frau und die Kinder ab.

Zumindest die meiste Zeit der Woche. Denn ab und zu wird sich verkleidet. T-Shirt von irgendeiner Band, die man 1982 von sehr weit hinten mal live gesehen hat, Lederkutte und das pausbäckige Gesicht weicht dem bösen Gesichtsausdruck eines richtig harten Kerls. Dann wird sich auf sein Motorrad geschwungen (vorzugsweise Harley, wenn es die Finanzierung denn zulässt) und aus Achim, dem netten Sachbearbeiter, der hier und da mal zu oft ins Glas mit dem Gummibärchen greift, wird Achim, der böse Rocker.

Bald man in black leather vest and skull necklace standing with arms crossed
Also wer da keine Angst bekommt…
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Motorradfahren und Vernunft

Das Konzept Motorrad ist schon ein wildes, wenn man mal vernünftig darüber nachdenkt. Zwei Räder, die nur Stabil sind, wenn sie sich schnell genug drehen. Dazwischen ein Motor der nicht selten über 100 PS aufbringt, um ein 200 kg schweres Fahrzeug zu beschleunigen und dann platziert man einen Tank, der mehrere Liter Benzin fasst, zwischen den Beinen des Fahrers. Da fragt man sich schon, wie sowas jemals TÜV bekommen hat. Und wenn wir ehrlich sind: das Konzept, würde es heute neu Erfunden werden, hätte keine großen Erfolgsaussichten als Straßentauglich eingestuft zu werden.

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Moto Stereotypen: Der Adventure-Bike Fahrer

Motorräder, die für Weltreisen entworfen worden sind. Mit Koffersystemen, die so breit bauen, dass sie die 2,1m Spur in Baustellen nicht mehr benutzen dürfen. Grobstollige Reifen, Sturzbügel die an Überrollkäfige erinnern und ein fahrfertiges Gewicht, das an den 300 kg kratzt. Das sind Adventure Bikes! Gebaut, um die Welt zu umrunden.

Die restlichen Koffer werden noch montiert
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Moto Stereotypen – Der Bummler

Es gibt viele ungeschriebene Motorradregeln. Eine davon lautet: wenn sich hinter dir eine Schlange mit Autos bildet, machst du grundsätzlich etwas falsch. Die ganze Fahrdynamik die mit einem Motorrad einhergeht, lässt eigentlich nicht zu, dass man der ungekrönte Anführer einer Blechlawine wird. Wenn dir das dennoch regelmäßig passiert, dann bist du wahrscheinlich ein sogenannter Bummler.

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Der deutsche Durchschnitts-Motorradfahrer

Heute mal etwas Statistik*. Kurz und knapp.

Der deutsche Durchschnitts-Motorradfahrer ist männlich (71,2% der Halter*innen), zwischen 50 und 59 Jahre alt (32,4% aller Neuzulassungen), fährt wahrscheinlich ein Naked-Bike mit mehr als 99 PS und legt gerade mal 2.172 Kilometer pro Jahr zurück.

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Moto Stereotypen – Knieschleifer-Fraktion

Tollkühne Helden auf ihren fahrenden Kisten. So oder so ähnlich werden sie sich selbst sehen, die Knieschleifer-Kollegen. Und warum auch nicht? Die Trophäen der Heldentaten tragen sie ja schließlich immer bei sich, wenn sie sie in ihrer Motorrad-Rüstung stecken. Stets auf Höhe des Knies. Manchmal macht eine kleine Schleifspur halt den Unterschied zwischen Häme und Heldenverehrung aus.

Ein paar cm fehlen hier noch!
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Moto Stereotypen – Stammtisch-Biker

Jeder kennt sie, keiner mag sie. Die Stammtisch-Biker. Gemacht haben sie schon alles, Zeugen dafür gibt es auf wundersame weiße eher selten. Egal ob 2.000 km an einem Tag „runtergerissen“, Alpenüberquerung bei Eisregen (ohne Elefanten) oder den Kolbenfresser mit Kabelbinder und Kaugummi repariert. Alles gemacht, alles erlebt. Meist irgendwann in den 70/80ern, als die Welt noch in Ordnung war und man ja noch alles machen und vor allem sagen konnte. ABS und diesen ganzen Schnickschnack gab es da natürlich auch noch nicht. Da hat man noch richtig Motorradfahren gelernt.

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Fahrende Lichtorgeln

Uns allen sind sie schon mal entgegengekommen. Die fahrenden Lichtorgeln. In der Regel Adventure Bikes, mit unvernünftig vielen, natürlich selbst montierten (denn dafür reicht es gerade noch so), Zusatzscheinwerfern.

Herr im Himmel!

Erst mal nichts Dramatisches, denn immerhin hat jeder das Recht, sein Motorrad so hässlich wie möglich zu verunstalten. Allerdings weiß man erst mal nicht, wenn einem so ein Monstrum entgegenkommt, ob es denn ein Motorrad oder ein Weißer Zwerg ist. Denn, und da darf man ruhig mal ausfallend werden, die Scheißdinger blenden schon am Tag wie sonst was. Ich will mir gar nicht vorstellen, was da Nachts los ist. Da bleibt einem nur noch der Wunsch nach einem schönen Kabelbrand.

Aber natürlich interessieren mich die Hintergründe. Und ich habe nicht umsonst 4 Semester Küchenpsychologie im Fernstudium abgebrochen! Also fangen wir mal an, die Typen in Schubladen zu stecken!

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Regelmäßige Gesundheitschecks für ältere Verkehrsteilnehmer?

Heißes Thema! Ganz heiß! So mancher Rentner fängt wahrscheinlich schon bei der Überschrift das Schnauben an und fasst sich mit der rechten Hand in Richtung Herz während die Linke hektisch das Pillendöschen greift. Andere werden wohl direkt Pläne zum Sturz der Regierung in diversen Facebook und WhatsApp Gruppen teilen. Die Idee, die Fahrtüchtigkeit ab einem gewissen Alter regelmäßig abzufragen, erhitzt die Gemüter. Vor allem bei denen, die dann ihren Führerschein in Gefahr sehen. Muss so ein „betroffene Hunde bellen“ Ding sein.

Da schaut er. Hoffentlich sieht er auch was.*
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Slow Men in Fast Cars

Da ist sie wieder, diese spezielle Zeit des Jahres. Die Blumen blühen, letzte Streusalz-Reste sind runter von den Straßen, die Temperaturen haben sich wacker in den zweistelligen Bereich geschlagen und eine ganze spezielle Spezies Männer stellt fest, dass auf ihren (Super-)Sportwagen das Saisonkennzeichen ja wieder greift.

Diese, im Folgenden Homo Tardus genannte Spezies, sticht aus der Masse schon durch ihr schillerndes Auftreten heraus. Mit den knalligen Farben ihrer PS-starken Boliden wollen sie sich einen Vorteil bei der Balz verschaffen. Und diese Strategie geht durchaus auf!

Serviervorschlag – der gemeine Homo Tardus dürfte allerdings durch seine Physiognomie spätestens beim Aussteigen Probleme bekommen
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