Interview mit dem Vorderradbremser

Den ersten Kontakt mit Markus (Vorderradbremser) hatte ich bei einem ADAC Fahrsicherheitstraining in Kronau 2018 und seit einem Personal Training im Juni 2020 stehen wir in lockerem Kontakt und tauschen uns rund um das Thema Motorrad und im Speziellen über den Bereich Sicherheit auf zwei Rädern aus. Er ist meine erste Anlaufstelle, wenn es darum geht, Motorräder sicher, flott und mit viel Spaß zu bewegen.


Grumpy Gorilla: Markus, was bietest du alles an und wie bist du auf „vorderradbremser“ gekommen?

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Elektro auf zwei Rädern

Der Laie wird sich wundern und der Fachmann nicht schlecht staunen: ich persönlich halte Elektromobilität für die Zukunft. Wenn man mal kurz das Reptilienhirn abschaltet und Argumente wie „aber der Sound“ und „ich rieche das Benzin doch so gerne“ beiseite schiebt, dann muss man zu dem Schluss kommen: Elektromotoren sind einem Verbrennungsmotor aus technischer Sicht schlicht überlegen. Sattes Drehmoment ab der ersten Umdrehung, die ewige Lärmdiskussion hat dann (vielleicht) ein Ende, der nicht vorhandene Abgaskrümmer kocht im Sommer an der roten Ampel keine Eier mehr und wir fahren auch nicht länger mehrere Liter Benzin zwischen unseren Beinen spazieren. Ich muss immer wieder kichern, wenn ich daran denke, dass der beste Platz für den Benzintank wohl ZWISCHEN den Beinen des Piloten ist.

Das Benzin ist mir generell nen Schnuff zu nah an meinen Eiern

Dazu kommt noch der Wegfall zahlreicher Präzisionsbauteile (Kolben, Ventile, Kurbelwellen) und die erleichterte Wartung. Kein Ölwechsel, keine Ventilspielkontrolle, keinen Austausch der Kühlflüssigkeit. Dinge, die je nach Marke und Motorrad, richtig ins Geld gehen können. Ducati Fahrer werden jetzt zustimmend nicken.

Dennoch, bei all den Vorteilen gibt es für mich einen großen Knackpunkt bei den aktuellen Elektro Motorrädern. Die Reichweite und die unfassbar lästige Suche nach (funktionierenden) Ladesäulen.

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Wir armen Motorradfahrer – oder etwa doch nicht?

Geht meist unschön aus: der Motorrad Unfall

Wenn in einer Gruppe von Motorradfahrern das Thema „Unfall“ aufkommt, dann ist man sich in der Regel recht flott einig: die anderen sind ja schuld. Der berühmte Rentner, der einen übersieht. Die berüchtigte Hausfrau, die ohne zu blinken abbiegt. Der allbekannte Fahranfänger, der einen an der Ampel um mäht, weil er mal wieder aufs Smartphone anstatt auf die Straße geschaut hat. Egal wer Schuld ist, Hauptsache nicht wir. Denn wir halten uns ja immer an alle Vorschriften und Verkehrsregeln und sind natürlich stets 100% bei der Sache, wenn wir auf unseren zwei Rädern durch die Gegend fahren. *zwinkersmiley*

Aber ist das wirklich so? Sind wir wirklich die Opfer der böse, unaufmerksamen Autofahrer? Vom Gefühl her bestimmt. Aber wie das mit Gefühlen so ist, die können trügerisch sein. Deshalb versuchen wir heute mal, die Sache etwas differenzierter zu beleuchten. Grundlage hierfür ist der Bericht der ADAC Unfallvorschung vom April 2015.

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Winterhandschuh Modeka Freeze Evo

Schnee, Eis, Temperaturen weit unter dem Gefrierpunkt, Schneeverwehungen türmen sich meterhoch am Straßenrand auf. So sehen die Winter in Kanada aus, bei uns hier im Odenwald immer seltener. Zum Glück! Denn was Temperaturen angeht, bin ich eine Pussy und wenn ich mal so richtig durchgefroren bin, bekomme ich schlechte Laune. Da hilft dann auch kein Snickers* mehr.

Wenn es draußen mal so aussieht, bin ich drinnen anzutreffen

Aber wer kennt das nicht: herrliches Wetter, die Sonne scheint, die Straße ruft! Aber es hat halt, jahreszeitbedingt, nur knapp über 5 °C. Beheizte Sitzbank ist nicht vorhanden, Zubehör-Heizgriffe kennt man nur aus dem Katalog und auch sonst ist das geliebt Krad eher für Temperaturen oberhalb der 10 °C ausgerüstet. Was tut man also? Genau! Man rüstet sich selbst!

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Erfahrungsbericht: Metzeler Roadtec 01 SE

Unscharfes Bild, scharfer Reifen – der Metzeler Roadtec 01 SE

Der Metzeler Roadtec 01 war schon ein wirklich guter Reifen, der mich nie im Stich gelassen hat. Egal ob trocken, nass, heiß oder kalt. Auf der Honda CBF600 hab ich 4 Hinterreifen und 2 Vorderreifen diesen Typs verschlissen und nie einen Grund gehabt, zu wechseln. Der Nachfolger des Metzeler Roadtec 01 mit dem Zusatz „SE“, was für „Sports Edition“ steht, wartet nun mit ein paar Detailänderungen auf.

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Yamaha XSR 900 – 10.000 km Fazit

Leckerei aus dem asiatischen Raum: die XSR900

Es ist so weit. Ylvie und ich haben unsere ersten gemeinsamen 10.000 km geknackt. Da kann man durchaus schon mal ein Fazit ziehen zu dem Mädel. Wer es eilig hat, hier die Kurzfassung: tolles Motorrad, absolut zu empfehlen, der kleine 14l Tank (ich hatte bedenken) erweist sich auf keinen Fall als störend und auch für ein paar Tage verreisen (Stichwort Gepäck) geht mit ihr locker! Der Motor ist über jeden Zweifel erhaben, noch nie haben sich 115PS nach so viel angefühlt und auch optisch ist das Mädel einfach ein zuckersüßes Daifuku

So, und für Leute mit etwas mehr Zeit und nem schnuff Langeweile, hier die ausführliche Version.

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Motorradlärm und Fahrverbote

Motorradlärm. Eine seltsame Wortschöpfung. Spielt für mich in der gleichen Liga wie „Orchesterkrach“ oder „Konzertkrawall“. Für mich ist dieser sogenannte „Motorradlärm“ Musik! Eine technische Meisterleistung, das Zusammenspiel von Mechanik, Physik und Chemie und die daraus resultierenden Symphonie! Aber nur, weil das für mich so ist, muss es ja noch lange nicht für andere so sein. Wenn mein Nachbar samstags um 08:00 in der Früh die Kreissäge anwirft, spielt es für den vielleicht auch in der Liga eines Geigenkonzerts, mich weckt es halt einfach nur unsanft auf. Es ist wie so oft im Leben: Was dem einen seine Eule, ist dem anderen seine Nachtigall. Und wenn jeder etwas Rücksicht auf den anderen nimmt und vielleicht den eigenen Komfort nicht über alles andere stellt, dann kommt man wahrscheinlich gut miteinander aus. Bei meinem Nachbar mit der Kreissäge heißt das: bin ich halt samstags etwas früher wach.

Wenn man sich aber zurzeit durch verschiedene Artikel liest, die sich dieser Thematik annehmen, könnte man meinen, man versucht sich Gegenseitig im Hass gegen Motorradfahrer zu übertreffen. „Rücksichtslose Raser“… „Rüpelhafte Rowdys“… „Rasende Rocker“… Man kommt sich vor wie bei RTL zur besten Sendezeit.

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Der Gummi, der die Welt bedeutet

Reifen, der,

Substantiv, maskulin: meist aus luftgefülltem Gummischlauch bestehender Teil eines Rades von Fahrzeugen auf dem es abrollt. Er sitzt am Umfang des Rades und überträgt die Kräfte zwischen Rad und Fahrbahn.

Gut, dann wissen wir jetzt Bescheid, wa? Nein? OK.

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Formationsflug

Fahren mit mehreren Motorrädern in einem Verbund, auch das will gelernt sein. Umso mehr Motorräder daran beteiligt sind, desto kniffliger wird der Spaß. Aber ab wann macht es überhaupt Sinn in „Formation“ zu fahren? Ab vier Motorrädern? Ab fünf? Vielleicht sogar erst ab acht? Nein. Sobald mehr als ein Motorrad dabei ist, sollte man in Formation, also versetzt fahren.

Was bei den Großen Sinn macht, kann für uns nicht verkehrt sein

Aber warum eigentlich? Autos fahren ja auch einfach hintereinander her, ganz ohne irgendwelche fancy Regeln (Abstandsregel mal außen vor) oder Verhaltensrichtlinien. Klar, das stimmt. Allerdings fahren Autos eher selten im festen Verbund und außerdem sind wir mit unseren Motorrädern einspurig unterwegs. Das gibt uns zum einen ein ganz andere Möglichkeiten, allerdings auch ein paar Punkte die wir beachten sollten.

Vorne weg: Auf große, angemeldete Konvoifahrten gehe ich hier nicht ein, wer sich dafür interessiert kann hier mal vorbeischauen, da ist das super erklärt. Hier geht es eher um kleine Gruppen, wie man sie eben oft bei gemeinsamen Ausflügen hat.

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Personal-Training bei Markus Stegmaier

Fahre ich „gut“ Motorrad? Was kann ich besser machen? Ist meine Kurvenlinie so wie ich mir das Vorstelle und habe ich überhaupt eine Vorstellung von einer guten und vor allem sicheren Kurvenlinie? Wie ist meine Blickführung und was kann ich da noch optimieren? Ist meine Körperhaltung in Ordnung oder sitze ich wie der berühmte Affe auf dem Schleifstein auf dem Motorrad? Klar beschäftige ich mich schon länger damit, wie man ein Motorrad flott und sicher auf öffentlichen Straßen bewegt und versuche das natürlich auch genau so anzuwenden. Aber mache ich das, was ich aus Trainings, Theorie und Überlegungen heraus versuche umzusetzen, denn in der Realität auch wirklich richtig? Nicht nur auf dem Übungsplatz, sondern auf ganz normalen, öffentlichen Straßen? Ein essentieller Schritt ein „guter“ Motorradfahrer zu werden beginnt damit, sich überhaupt mal diese Fragen zu stellen. Seinen ganzen Stolz abzulegen, das Ego mal kurz ausknipsen und sich mal ernsthaft zu hinterfragen. Aus dem alten Trott ausbrechen und reflektieren.

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