HJC RPHA 70 – FAZIT NACH EINEM JAHR

Man mag mich eitel nennen, aber ein Helm sollte zumindest in groben Zügen zum Motorradpassen. Sowohl in der Art (Jethelm, Integralhelm etc.) als auch farblich. Das war der Hauptgrund, warum ich mir den RPHA 70 von HJC vor etwas über einem Jahr besorgt habe.

Nach der ersten Saison und knapp 12.000 km erlaube ich mir mal, ein kurzes Fazit zu dem Helm zu ziehen.

Farblich muss das schon passen!

Auch wenn ich ein kleines Designopfer bin, habe ich mich dennoch vorab über den Helm informiert. Da kickt bei mir der Autismus hart, ich muss mich da vorab zwanghaft durch Test- und Erfahrungsberichte wühlen. Erst dann bin ich zufrieden wie ein Waschbär im Müllcontainer. Ich wusste also vorab, was mich erwartet. Besonders im Vergleich zu meinem Shoei GT Air.

Geräuschdämmung

Im Vergleich zu meinem GT Air ist der RPHA 70 nen schnuff leiser. Das macht gerade längere Fahrten angenehm, auch wenn man kein brutal lautes Motorrad hat. Windgeräusche werden gut gedämmt, auch lästige und geräuschproduzierende Turbulenzen sind am RPHA 70 nicht festzustellen.

Belüftung

Eine gute Geräuschdämmung bringt leider oft eine nicht so gute Belüftung mit sich. Auch hier wieder im Vergleich zum Shoei GT Air: die Belüftung ist beim RPHA 70 ein klein wenig schlechter. Es ist jetzt nicht störend oder ähnliches, allerdings ist der GT Air etwas luftiger, wenn alle Schotten offen sind. Einzig die zusätzliche Kinnbelüftung beim RPHA 70 bringt da Pluspunkte. Was beim RPHA 70 etwas nervt: die hinteren Belüftungsöffnungen sind separat (links / rechts) zu bedienen und verstellen sich beim Ab- und Aufsetzen auch recht flott. Alles in allem kein Beinbruch, aber eine zentrale Verstellung, die etwas knackiger zu bedienen ist, hätte den Helm mit Sicherheit nicht schlechter gemacht.

Verschluss

Wer von einem Ratschenverschluss verwöhnt ist, wird am Anfang viel fummeln, da der RPHA 70 einen klassischen Doppel-D Ringverschluss hat. Klar, Sicherheitstechnisch das Non-Plus-Ultra, allerdings auch mit etwas Fingerübung verbunden. Man gewöhnt sich aber sehr schnell daran und hat dabei den Vorteil, dass der Helmverschluss immer korrekt sitzt. Ohne die Zeit jetzt gestoppt zu haben würde ich behaupten, ich bekomme beide Helme in der gleichen Geschwindigkeit zu. Und falls nicht: so viel Zeit muss eben sein.

Einfach aber genial: Der Doppel-D Verschluss.

Visiermechanik

Da ich das Visier direkt durch ein versiegeltes ersetzt habe (siehe Eitelkeit) kann ich sagen: der Punkt geht eindeutig an den RPHA 70. So schnell und ohne Gefummel hab ich noch kein Visier gewechselt. Hochklappen, entriegeln, neues Visier drauf, einrasten lassen. Fertig. Vom Prinzip her natürlich ähnlich beim GT Air, allerdings weit weniger fummelig.

Gut zu bedienen: die Entriegelung für den Visierwechsel

Das Visier selbst hält in den einzelnen Rastungen gut und zuverlässig und auch wenn die Verschlussmechanik die das Visier geschlossen hält etwas „instabil“ ausschaut erfüllt sie ihren Zweck voll und ganz. Öffnen und schließen geht gut von der Hand und ist natürlich auch mit in Handschuhe verpackten Wurstfingern zu bewerkstelligen.

Der Schließmechanismus sieht fummelig und fragil aus, ist er aber nicht.

Beschlagen/Kondenswasser

Auch hier fällt der RPHA 70 nicht negativ auf. Durch das Pinlock-Visier beschlägt es wirklich nur bei recht frischen Temperaturen und wenn alle Lüftungen zu sind. Und selbst da wirklich nur die ersten 1-2 Minuten. Wenn man hier wieder mit dem GT Air vergleichen wollte: Gleichstand

Tragekomfort

Der RPHA 70 sitzt recht sportlich. Und mit sportlich meine ich eng. Was für einen Helm natürlich optimal ist, denn nur so ist der korrekte Schutz im Falle eines Falles gewährleistet. Nach dieser Saison gibt es auch noch keine Anzeichen, dass irgendwas (Futter/Polsterung) lockerer werden würde. Sitzt, zumindest gefühlt, noch wie am ersten Tag. Der Schoei sitzt bei gleicher Größe (XL) einen tacken lockerer, aber alles noch im grünen Bereich. Allerdings muss man dazu sagen, der Shoei GT Air hat auch deutlich mehr Kilometer runter. Geschätzt dürften es 50.000 km sein im Vergleich zu knapp 12.000 km beim RPHA 70.

Aerodynamik

In Ermangelung eines schnelleren Motorrades konnte ich es nur bis ca. 210 km/h testen, aber bis da hin macht der RPHA 70 auch aerodynamisch eine gute Figur. Links- und Rechtsdrehen des Kopfes sind auch bei diesen Geschwindigkeiten kein Problem, der Winddruck ist gut auszuhalten und auch lästige Turbulenzen bleiben aus.

Zusatzfeatures

Der RPHA 70 verfügt ebenfalls über Emergency Laschen für das Innenfutter. Long story short: wenn Ersthelfer oder Rettungskräfte an den beiden Laschen links und rechts ziehen, kann der Helm wesentlich leichter abgezogen werden. Wird das in er Praxis tatsächlich jemand erkennen und auch machen? Wohl eher nicht. Dafür ist das Feature leider noch zu unbekannt.

Rechts und links an den Polster: die Notfall-Laschen

Eine integrierte Sonnenblende ist beim RPHA 70 auch noch mit an Board. Gerade für Brillenträger ein wahrer Luxus! Dass sie sich gut bedienen lässt und sauber einrastet ist eigentlich selbstverständlich


Fazit

Große Klappe, viel dahinter

Der HJC RPHA ist ein guter Helm zum fairen Preis. Geräuschdämmung und Belüftung passen, der Doppel-D Verschluss sorgt dafür, dass der Helm immer korrekt sitzt und auch optisch macht das Teil was her. Das einfach zu wechselnde Visier ist dabei die Kirsche auf der Sahne, auch wenn man diese Funktion wohl eher selten braucht. Dass der Helm in sehr vielen Designs daher kommt, ist natürlich auch nett. Denn wie gesagt: Der Style fährt mit!

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