In Case of Emergency – Medizinische Erkennungsmarken

Beispiel für eine Medizinische Erkennungsmarke. In diesem Fall im Stil der bekannten US Dog-Tags

Wenn man oft alleine Unterwegs ist, stellt man sich früher oder später folgende Frage: Was geschieht eigentlich, wenn mir mal was passiert? Wer informiert meine Leute? Und woher sollen die Rettungskräfte bzw. das Krankenhauspersonal überhaupt wissen, wer meine Leute sind und wen ich gerne informiert gewusst hätte? Vor allem bei unverheirateten Paaren ist das ein Thema. Da können schon mal viele Stunden, wenn nicht sogar Tage ins Land ziehen, bis die betreffenden Personen erfahren was mit einem passiert ist. Quälende Ungewissheit, selbst wenn die Verletzungen nicht Lebensbedrohlich sind.

Ich habe für mich persönlich ein paar Möglichkeiten durchgespielt und gegeneinander abgewogen. Von sehr verkopften Lösungen wie etwa USB-Sticks*, die man um den Hals trägt, über I.C.E (in Case of Emergency) Telefonnummern die im Handy gespeichert sind bis hin zu der primitivsten aller Lösungen: ein Metallplättchen mit den wichtigsten Informationen, das man sich um den Hals hängt.


Fangen wir mit der USB-Stick Lösung* an. Da ich alles, was digital von statten geht, erst mal sympathisch finde, war das eigentlich meine präferierte Lösung. Ein USB-Stick, der optisch an die bekannten US Dog-Tags erinnert, um den Hals hängen. Sieht schnittig aus, man kann alle wichtigen Daten hinterlegen und bei der verlinkten Version sogar noch digitale Kopien von Personalausweis, Reisepass etc. falls man diese wichtigen Dokumente mal auf Reisen verlieren sollte. Natürlich alles individuell passwortgeschützt.

Problem: der USB-Stick wird, wenn ich nicht mehr ansprechbar bin, in den aller seltensten Fällen den Weg in einen USB-Port finden. Das liegt zu einem an den strikten IT-Sicherheitsbeschränkungen in Krankenhäusern, zum anderen wird niemand Zeit haben sich mit dem Stück Technik auseinanderzusetzen wenn es ernst wird.

Fazit: von der Idee her eigentlich ziemlich gut, aber wie bereits erwähnt: zu verkopft. Zu sperrig. Zu wenig praxisorientiert.


Als Nächstes hätten wir den Notfallkontakt, der im Handy gespeichert ist. Ebenfalls eine clevere Idee. Das Smartphone hat man in der Regel immer dabei und es lassen sich viele Daten hinter dem Notfallkontakt speichern. Problem: selbst wenn das Teil nicht standardmäßig bei Nichtbenutzung gesperrt ist, die Wahrscheinlichkeit, dass es den Unfall selbst nicht übersteht ist nicht gerade niedrig. Dazu kommt, dass das Gerät auch wieder jemand bewusst in die Hand nehmen muss, und sich damit auseinandersetzen. Smartphone entsperren (sofern es nicht Passwortgeschützt ist), Notfallkontakt suchen. Bei der Recherche bin ich auch immer wieder darüber gestolpert, dass schon die Bezeichnung im Telefonbuch zu Verwirrungen führen kann. Da ICE bei uns in Deutschland auch eine Bezeichnung für Schnellzüge ist, solle man daher in lieber das Küzel „IN“ (im Notfall) verwenden. Ja, da hab ich auch erst mal mit den Augen gerollt. Fazit: Zu technisch, zu interpretationsabhängig, einfach zu „kantig“.


Ich persönlich bin bei der primitivsten Lösung* hängen geblieben die man sich vorstellen kann. Ein Metallplättchen auf das alle wichtigen Infos geprägt sind, das man um den Hals trägt. Viele werden sie als „Erkennungsmarken“ oder „Dog-Tags“ von US-Soldaten aus Film und Fernsehen kennen. In diesem Fall, auch „Medical-Dog-Tags*“ genannt, sind darauf die wichtigsten Daten für eine Notfallsituation abgelegt. Für mich persönlich, da ich (noch) keine Allergien oder andere erwähnenswerte Vorerkrankungen habe, sind das: die Telefonnummer (im +49 Format, falls im Ausland was passiert) meines Notfallkontaktes, der über meinen allgemeine Gesundheitszustand Bescheid weiß und informiert werden soll, wenn mir etwas zugestoßen ist. Mein vollständiger Name sowie meine Blutgruppe. Bei der Blutgruppe muss man allerdings anmerken: darauf wird sich kein Sanitäter / Notfallmediziner verlassen. Bevor es zu einer Bluttransfusion kommt, wird auf jeden Fall ein Schnelltest gemacht bzw. in Notfallsituationen standardmäßig 0 Rh- gegeben . Warum ich sie trotzdem mit drauf habe? Fürs gute Gefühl!

Die nötigsten Informationen auf Edelstahl verewigt. Wenn die einen Crash nicht überleben, hat man eh andere Probleme

Wer noch mehr Daten darauf hinterlegen möchte: in der Regel sind zwei Marken enthalten. Genug Raum für alles was man für wichtig hält. Ich persönlich würde die Marken allerdings nicht zu sehr überladen und wirklich nur das relevanteste darauf vermerken.

Der große Vorteil von diesem „System“ ist die Einfachheit. Man braucht keinen Computer in der Nähe um die Daten auszulesen, man muss sich nicht mit einem fremden Smartphone auseinandersetzen und selbst Leute, für die alles digitale Neuland ist, kommen an die Infos ohne Probleme ran.

Ein weiterer Vorteil dieser Variante: es ist einfach spott billig*! Mehr als 15€ sollte man sich für die individuell beschrifteten Teile nicht abnehmen lassen.

Man muss sich die Marken natürlich nicht zwangsläufig um den Hals hängen. Jeder gut Sichtbare Ort ist dafür geeignet. An der Kombi angebracht, am Schlüsselbund, der Phantasie sind wenig Grenzen gesetzt. Der Vorteil, wenn man sich die Teile so wie angedacht um den Hals hängt: sie bleiben ganz sicher bei einem, bis sie jemand bewusst entfernt. Lederkombi, Schlüsselbund, Geldbörse… das alles kann auf dem Weg vom Unfallort zum Krankenhaus verloren gehen. Die Kette müsste schon bewusst entfernt werden, und dann hat sie auf jeden Fall jemand in der Hand gehabt und angesehen.

Sehr dünn und leicht, bemerkt man kaum.

Fazit

Ob beim Motorrad fahren, beim Klettern, Wandern, auf einer Radtour oder sonstigen Aktivitäten außerhalb der eigenen vier Wände. Passieren kann immer etwas. Davon sollte man sich nicht abschrecken oder gar abhalten lassen. Das Leben ist zum Leben da! Dennoch habe ich mehr Spaß an meinem Hobby, wenn ich weiß, dass für den Fall der Fälle vorgesorgt ist. Natürlich ist so ein „Medical Dog-Tag*“ keine Garantie, dass die hinterlegten Daten auch genutzt werden, aber die Informationen stehen zumindest zur Verfügung. Für mich persönlich eine gute und simple Variante, den Rettungskräften bzw. den Krankenhausmitarbeitern zumindest die Möglichkeit einzuräumen, meine Leute informieren zu können. Im besten Fall werde ich allerdings nie erfahren, ob es wirklich funktioniert.

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