6 kleine Tipps für Fahranfänger

Ihr habt den Führerschein frisch in der Tasche, das Motorrad steht schon bereit und ihr seid heiß darauf, endlich richtig loszulegen. Diese 6 kleinen Tipps sollen euch dabei helfen, den Einstieg angenehmer und einfacher zu machen.

Nutzt die Hinterradbremse

Immer wenn ihr im Begriff seid, mit eurem Motorrad anzuhalten, nutzt die Hinterradbremse zum stoppen. Gerade in etwas unübersichtlichen Situationen bei (z. B. Kreuzungen, Querstraßen) ist das ein echter Gamechanger. Wenn ihr für die letzten paar Meter des Anhaltevorgangs die Hinterradbremse anstatt die Vorderradbremse nutzt, bleibt euer Motorrad wesentlich stabiler und ihr könnt auch auf sich ändernde Verkehrssituationen viel schneller reagieren. Auch bei langsamen Manövern würde ich immer die Hinterradbremse der Vorderradbremse vorziehen. Jeder, der schon mal zu hart an den Bremshebel gepackt hat bei eingeschlagenem Lenker, weiß warum. Probiert es aus, es funktioniert!

Auch das Anfahren am Berg funktioniert mit der Hinterradbremse wesentlich geschmeidiger.

Die Hinterradbremse: nicht nur Dekoration!

Die Kupplung ist euer Freund

Lernt von Beginn an euren Schleifpunkt der Kupplung zu kennen und zu lieben. Viele Fahrmanöver bei niedrigen Geschwindigkeiten funktionieren nur dann reibungslos, wenn ihr den Schleifpunkt eurer Kupplung kennt. Das in Kombination mit der Hinterradbremse nimmt auch langsamen und engen Manövern den Schrecken.

Überholen vor (links)Kurven

Wenn das Überholen vor Kurven schon eine schlechte Idee ist, dann ist das Überholen vor Linkskurven die Mutter aller schlechten Ideen. Sind wir ehrlich: Das Beschleunigungspotential eines Motorrades macht Überholmanöver möglich, bei denen jeder Autofahrer die Hände über dem Kopf zusammenschlägt. Aber BITTE macht das nicht vor Linkskurven. Was bei Rechtskurven noch funktionieren mag, wird bei Linkskurven zu einem gewagten Manöver. Denn anders als beim Überholvorgang vor Rechtskurven, müsst ihr vor einer Linkskurve nach dem Wiedereinscheren auf eure Fahrspur direkt danach in die Linkskurve übergehen. Die Komplexität dieses Manövers erkennen viele erst dann, wenn es zu spät ist. Dann hilft oft nur noch Glück.

Dabei muss man sich immer vor Augen führen, dass man durch den Überholvorgang einen gewissen Geschwindigkeitsüberschuss hat. Das macht das Manöver nicht einfacher. Immer wieder zu beobachten, dass die Linkskurve dann, aus Angst von der Straße abzukommen, einfach auf der Gegenfahrbahn genommen wird. Das ist dann wirklich nur noch Glücksspiel.

Bleibt locker auf dem Motorrad

Nicht verkrampfen. Oft merkt man das gar nicht, erst wenn man absteigt hat man das Gefühl, irgendwie verspannt zu sein. Allerdings wirkt sich das Verkrampfen direkt auf das Fahrverhalten eures Motorrades aus.

Erinnert euch immer wieder daran, dass ihr die Schultern nicht hochzieht, dass ihr eure Arme nicht komplett durch streckt sind und ihr die Zähne nicht aufeinander beißt. Einfach locker bleiben. Kann man üben, muss man üben. Und wenn ihr euch diese verkrampfte Haltung gar nicht erst angewöhnt, müsst ihr euch sie auch nicht mühsam wieder abtrainieren.

Kurvenlinie

Und wo wir gerade bei Dingen sind, die man sich am besten gar nicht erst angewöhnt: fahrt IMMER eine sichere Kurvenlinie. Auch wenn ihr eine Kurve komplett überblicken könnt etc., fangt nie an Kurven zu schneiden. Selbst dann nicht, wenn gerade kein Gegenverkehr kommt und es die Situation vielleicht zulassen würde. Wenn ihr euch direkt am Anfang konsequent an eine sichere Kurvenlinie haltet, macht ihr das später ganz automatisch.

Haltet Abstand

Zum Schluss ein Punkt, den ich mir leider angewöhnt habe und wirklich hart daran arbeiten musste, mir das wieder abzutrainieren: haltet Abstand! Egal ob während der Fahrt oder wenn ihr an stehenden Verkehr heranfahrt. Die Dynamik eines Motorrades verleitet schnell zu der Annahme, dass man in jeder Situation einem PKW überlegen ist. Das ist leider ein Trugschluss. Gerade beim Bremsen sind Motorräder im Nachteil. Haltet also lieber zu viel als zu wenig Abstand. Das Gleiche gilt auch im Stand. Steht nie zentral und knapp hinter einem anderen Fahrzeug. Manche Menschen kommen in den seltsamsten Momenten auf die Idee, den Rückwärtsgang einzulegen. So schnell habt ihr den Daumen nicht an der Hupe, wie euch jemand beim Rückwärts fahren das Motorrad zerdeppert. Haltet Abstand und steht seitlich versetzt. Man übersieht euch nicht so leicht (gerade bei LKWs und Lieferwagen) und ihr habt mehr Zeit zu reagieren.


Natürlich gibt es noch viele weitere gute Ratschläge und Tipps. Immerhin gibt es alleine schon hier eine komplette Kategorie, die sich an dem Thema abstrampelt. Aber wenn ihr euch am Anfang an diese 6 Ratschläge und das, was ihr in der Fahrschule gelernt habt, haltet, habt ihr schon mal einen besseren Start in euer Motorradleben als viele andere.

Hinterlasse einen Kommentar