Clevere Lösung für XSR 900 Taschensystem

Eines vorne weg: diese geniale Idee ist nicht mir selbst in einer schlaflosen Nacht eingefallen, nein… ich habe die Idee geklaut. Um genau zu sein, von hier. Aber, und da will ich mir jetzt nicht selbst auf die Schulter klopfen, obwohl das mehr als angebracht wäre, ich habe die Idee noch etwas verfeinert. Noch 1-2 Gewürze hinzugeben, für einen runderen Geschmack. Und natürlich habe ich das penibel dokumentiert. Für die Wissenschaft!

Ok, genug gesabbel, ran an den Speck!

Tasche mit voller Beladung (4x 0,5l PET Flaschen)

Das Taschensystem baut auf dem Tenax® System auf. Im Grunde sind das Druckknöpfe mit Verriegelung. Somit werden die Taschen sicher am Motorrad verankert und es kann unterwegs nichts verloren gehen.

Diese Tenax® Teile gibt es in zig Variationen und Materialien. Mit metrischen Gewinden (für uns interessant), als Blech- oder Holzschraubenvariant, für Stoff auf Stoff und einiges mehr. Da kann man sich ganz wild austoben mit dem Zeug.

Pro Tasche (ich habe zwei montiert, weil Symmetrie-Autist) passen ohne große Mühe 4x 0,5l PET Flaschen hinein. Das reicht locker für ausgedehnte Tagestouren, nen spontanen Einkauf oder ne Wochenendtour mit Hotel für Minimalisten.

Hier mal die Ultimative Einkaufsliste für das Projekt:

-4x M6x16 Unterteil Edelstahl A2

-4x Oberteil mit großer Griffkappe Edelstahl A2

-2x MFH Mehrzwecktasche Mollesystem groß

1x Tenaxschlüssel zum Montieren des Oberteils an den Taschen (ja, ohne wirds wirklich knifflig)

Ich hatte die Ober- und Unterteile bei Tenax24.de bestellt, da lag ein Verschlusswerkzeug bei. Aber bestellt es einfach zur Sicherheit für 1€ mit, denn ohne bekommt ihr die Oberteile nicht korrekt in die Taschen montiert.

So, zunächst der einfache Teil: wir ersetzen diese Schrauben…

folgt dem Finger

…durch die M6x16 Tenax® Schrauben

Sieht gar nicht mal so scheiße aus

Damit mir die schicke Alu-Blende nicht zerkratzt (die Dinger kosten neu jeweils über 100€, da kriegt man schon mal ne amtliche Schnappatmung) habe ich die kleinen Kunststoffscheiben der originalen Schrauben einfach wieder mit benutzt und mit einer Unterlegscheibe ergänzt.

Die Schrauben bitte mit Sinn und Verstand anziehen. Das sind nur Gummieinsätze mit Gewindebuchsen. Die bekommt man durchaus kaputt, wenn man wie ein bekloppter anzieht. Und auf KEINEN FALL mit Schraubensicherung oder Loctite da ran gehen. Ihr bekommt die Teile sonst nie wieder auf, da sich der Gummieinsatz dann einfach mit dreht.

Nachdem wir beide Seiten so umgerüstet haben, geht es an die Taschen. Wir benötigen in jeder Tasche jeweils zwei Löcher für die Tenax® Oberteile. Bei den verlinkten Taschen haben wir den Vorteil, dass die beiden äußeren Riemen des MOLLE Systems den perfekten Abstand haben, um sie an den Unterteilen zu befestigen. Den Abstand der Löcher von oben seht ihr auf den Bildern. Ich habe die Löcher mit einem Lötkolben reingebrannt. Geht auch mit einem scharfen Cuttermesser oder Skalpell, aber ich persönlich rieche ja verbrannten Kunststoff so gerne (haha), deshalb der Lötkolben. Wenn ihr die Dinger aber mangels Lötkolben reinschneidet, geht über die Ränder trotzdem nochmal kurz mit einem Feuerzeug rüber, damit es keine Fäden zieht. Die Riemen an sich sind sehr stabil, da muss man sich also keine Sorgen machen, dass einem die Ladung flöten geht.

Wenn die Löcher drinnen sind, montieren wir die Oberteile. Ihr merkt schon beim durch stecken, dass die Riemen recht dick sind. Aber ich kann euch beruhigen, es funktioniert gerade so! Man muss die Teile nur ordentlich anziehen (deshalb das oben genannte Werkzeug).

Die Teile wirklich gut anziehen. Im Idealfall sind Unter- und Oberteil danach bündig und das Tenax® System schließt vernünftig. Bei mir hat sich das Werkzeug dabei etwas verbogen, aber es ging. Bevor ihr das Oberteil beschädigt, geht also das Werkzeug flöten. Beruhigend zu wissen.

Wenn ihr dann beide Taschen fertig habt, ist der Drops auch schon gelutscht. Einfach die Taschen an die am Motorrad befestigten Unterteile clipsen, fertig. Wenn ihr merkt, dass das Tenax® System nicht richtig verriegelt, müsst ihr das Oberteil in der Tasche nochmal etwas nachziehen, da der Kugelkopf sonst nicht weit genug eintauchen kann.

So sieht es aus, wenn das System komplett verriegelt ist

Falls ihr bedenken habt was die Stabilität angeht (besonders auf der rechten Seite): dieser komplette Kunststoffkasten wird nicht nur von den unteren Nieten gehalten. Das Teil ist im Heckrahmen verschraubt.

Rechts und links im Rahmen verschraubt

Die Buchsen, in die ihr die M6er Unterteile eingeschraubt habt, sind zwar „nur“ Gummibuchsen mit Gewindeeinsatz, die sich durch Festziehen sichern, aber die halten eine normale Beladung locker aus. Natürlich sollt ihr keine 10kg in die Taschen packen, einfach mit etwas Sinn und Verstand an die Sache ran gehen und dann passt das.


Fazit

Für wenig Geld eine nicht zu hässliche Gepäcklösung für die XSR900, die auch ohne Taschen nicht wie hingeschissen aussieht. Das Platzangebot in den Taschen ist mehr als ausreichend (4x 0,5l PET Flaschen pro Seite) und zusammengefaltet nehmen die auch so gut wie keinen Platz weg. Also auch perfekt dafür geeignet, um die Dinger auf Reisen einfach mal in die große Hecktasche zu werfen und dann am Zielort einfach schnell dran zu clipsen, um für Tagesausflüge und kleine Einkäufe gewappnet zu sein.

2 Kommentare zu „Clevere Lösung für XSR 900 Taschensystem

  1. Hallo grumpy Gorilla, ich fahre ebenfalls eine 60th. Bin von Anfang an begeistert von dem Design, dem agielen fahrwerk und dem geilen motor. Ich komme aus nordhessen und würde gern mal an einen Gedankenaustausch mit xsr Fahrern teilnehmen. Hast du Infos zu möglichen Treffen? Würde mich über ne Antwort freuen. Gruß klaus

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