Um das Smartphone am Motorrad zu laden, gibt es unterschiedliche Wege. Der mit Abstand bequemste ist aber, es kabellos über Induktion zu laden. Und SP-Connect hat dafür auch eine schöne Lösung im Programm.

Das tolle ist: Diese Variante hat direkt die Anti-Vibration Funktion integriert. Das heißt, auch empfindliche Smartphones (optischer Bildstabilisator etc.) bleiben heile. Zunächst gehen wir mal auf das Teil an sich ein und weiter unten beschreibe ich meine Custom Lösung um eine für mich etwas störende Eigenschaft (Spoiler: das Smartphone lädt standardmäßig immer, wenn es auf der Halterung sitzt) zu beheben.
Der Lieferumfang des Moduls beinhaltet Folgendes:
1 × Charging Anti Vibration Module
1 × Schraube (M5x16mm)
1 × Schraube (M5x21mm)
1 × Kabel USB-C/USB-C (USB-PD)
Das heißt, wir brauchen (falls noch nicht vorhanden) zwingend eine der diversen Halterungsoptionen (https://sp-connect.de/collections/motorrad) und die Möglichkeit, das USB-C auf USB-C Kabel irgendwo anzuschließen. Bei aktuellen Motorrädern eher kein Problem, bei etwas älteren Modellen braucht man generell einen USB-Anschluss und, sollte dieser noch USB-A sein, einen Adapter für USB-C.
Vor dem Kauf sollte man sich über die Abmessungen bewusst werden. Denn wenn man die „normale“ Variante ohne Vibrationsdämpfung und kabelloses Laden im Kopf hat, könnte man erst mal leicht erschrecken.

Mit 60 mm Durchmesser ist das Teil nicht unbedingt leicht zu übersehen. Wer da eitel ist, kann das Kapitel auch direkt wieder schließen. Für alle anderen geh es hier weiter. Ich habe das Teil über ein extra 12V Kabel von SP-Connect an den Nebenverbraucher Stecker meiner Yamaha XSR900 angeschlossen. Der liefert mit 12 Volt und 2 Ampere 24 Watt Leistung. Das reicht aus, um ein Smartphone vernünftig über Induktion zu laden. Getestet habe ich es auf einem Google Pixel 8 mit laufender Navigations-App (Calimoto) und Bildschirm dauerhaft an.
Wie es der Zufall so wollte, konnte ich direkt den Extremtest machen, bei 34 °C Außentemperatur und strahlendem Sonnenschein. Unter diesen Bedingungen tun sich die meisten Smartphones beim induktiven Laden etwas schwerer, da die Leistung bei hoher Temperatur gedrosselt wird, um eine Überhitzung zu vermeiden. Aber selbst hier hat es einwandfrei funktioniert, obwohl das Smartphone durch das kleine Windschild nicht direkt im Fahrtwind hängt.


Kann sich sehen lassen unter diesen extremen Bedingungen. Es wurde ohne Unterbrechung und trotz laufender Navigation mit eingeschaltetem Bildschirm geladen. Also genau das, was man möchte: Touren fahren ohne sich über den Akkustand seines Smartphones Gedanken machen zu müssen.
Was klar ist: ein richtiges Schnäppchen ist das nicht. Wenn man Glück hat, bekommt man diese Kombi (Charging Module + Zusatzkabel) für ca. 100 €. Allerdings bekommt man dafür eine praktische und stabile Ladelösung die kabellos funktioniert.
Meine Custom Lösung
Der aufmerksame Leser wird festgestellt haben: Die oben beschriebene Variante lädt das Smartphone immer, wenn es auf der Halterung ist. Egal ob der Akku schon voll ist oder nicht. Einen integrierten Schaltet gibt es nicht, die einzige Möglichkeit wäre, den USB Stecker zu ziehen. Da ich aber keine Lust mehr auf das alte Kabel rein – Kabel raus Spielchen hatte, musste eine andere Lösung her. Und zwar ein Schalter den ich zwischenschalte.

An sich alles kein Hexenwerk und die Möglichkeiten, wie man das anschließt, sind natürlich vielfältig. Ich persönlich habe es allerdings an den SP-Connect Zusatzstecker angeschlossen. Warum? Damit ich, im Fall der Fälle, das Charging Module leichter austauschen kann. Denn das ist ja nur mit einem Wasserfesten USB-C Stecker mit dem Zusatzstecker verbunden. Und wenn man etwas kaputt machen sollte beim Anschließen des Schalters, dann zerstört man nur den günstigeren Zusatzstecker, nicht das teure Charging Module. Apropos Wasserfest: die Kabelverbindungen zwischen Schalter und Zusatzstecker sollten natürlich auch Wasserfest ausgelegt sein. Das Zusatzkabel habe ich, wie oben schon beschrieben, am Nebenverbraucher Anschluss angeschlossen. Vorteil ist: Der ist nur aktiv, wenn Zündplus gegeben ist. Es kann einem also nichts die Batterie leer ziehen.


Jetzt kann ich selbst steuern, wann das Smartphone lädt. Denn oft genug habe ich das Smartphone einfach nur in der Halterung drinnen, damit es aufgehoben ist und nicht in der Jackentasche etc. stört. Bildschirm aus, keine Navigation laufen, einfach nur dabei. Und in diesem Szenario muss das Smartphone nicht geladen werden.
Die Details wie man das speziell an einer Yamaha XSR900 RN43 anschließt und wie man die Kabel am besten versteckt erspare ich euch hier. Ich denke da ist jeder dazu in der Lage eine Lösung zu finden, die für die einen individuell passt.
Fazit
Für mich hat sich das Upgrade auf jeden Fall gelohnt. Ich hatte zwar schon eine USB-A Buchse verbaut, allerdings war mir das Gefummel mit dem USB-Kabel immer ein Dorn im Auge. Vor allem während der Fahrt (USB-Kabel aus der Jacke fummeln, in die USB-A Buchse, USB-C ins Smartphone). Die USB-Buchse war bei mir auch etwas versteckt hinter dem Tacho gelegen (das Auge fährt ja mit) und da war es meist besser, man hält kurz an und verkabelt das im Stand. Jetzt, mit der oben beschriebenen Lösung, ist es nur noch ein Knopfdruck.
