Dieses Jahr war es mal wieder so weit: Der Weg zur Motorräder Dortmund wurde angetreten. Ob sich die insgesamt 8h+ fahrt, die Übernachtung im Hotel, über 40 € Parkhaus und das Versacken in der HirschQ in Dortmund gelohnt haben, wollen wir jetzt mal analysieren.

Der Wecker klingelte früh, wir wollten ja möglichst viel Zeit haben für die Messe. Und da diese bereits um 18:00 die Türen verrammelt, sind wir entsprechend zeitig los.
Eintrittspreis von 18 € pro Karte ist OK und man hätte auf dem Gelände für 10 € parken können (Motorräder parken gratis), wir haben aber direkt in Hotelnähe (Innenstadt) geparkt, da wir ja am Abend noch was vorhatten. Der Andrang auf der Messe war gegen 12:00 entsprechend groß, vor allem in Halle 4, wo viele große Motorradhersteller (Kawasaki, Harley, Yamaha etc.) ihre Stände hatten. Probesitzen war also erst mal eine Geduldsprobe. Und da Geduld bei mir eine eher begrenzte Ressource ist, wurde erst mal so über die Messe gebummelt, um sich einen Überblick zu verschaffen.




Auch wenn das Ausstellerverzeichnis erst mal üppig ausschaut, es waren viele Stände dabei, die gefühlt nur Lücken gefüllt haben. Mehrere Stände mit Motorrad-Pins, Schlüsselanhängern ohne wirklichen Motorradbezug und, warum auch immer, ein Stand mit Bumerangen in Flugzeugform. Der obligatorische „Superkleber“ Stand, der gefühlt auf jeder Messe egal welcher Branche steht, war natürlich auch dabei.
Laut Ausstellerverzeichnis tummelten sich alleine auf dem Triumph Stand sieben Aussteller. So bekommt man die Liste natürlich auch voll.

Was an großen Herstellern komplett gefehlt hat: Ducati. Wenn man eine Ducati sehen wollte, musste man zu den einzelnen Anbauteileanbietern gehen und hoffen, dass da ein aktuelles Modell steht. Für mich persönlich wäre noch FANTIC interessant gewesen, da ich mit einem Auge auf eine Fantic Caballero 500 schiele, aber auch das war ein Schuss in den Ofen. Husqvarna, Indian (die FTR finde ich persönlich sehr schick) und KTM haben sich die Anreise wohl auch gespart. Schade.
Die bekannten und auch weniger Bekannten Bekleidungshersteller (HELD, MODEKA etc.) waren ebenfalls vertreten. Alpine Stars und Dainese hatten keinen eigenen Stand, wurden aber bei den zahlreichen „Gemischtwarenläden“ mit abgedeckt. Meine Mission, ein paar Touren/Straßenhandschuhe mit einem zu meiner XSR900 passenden Gelb zu finden, ist leider gescheitert.
Meine persönliche Erkentnis des Tages: Spiegler macht nicht nur erstklassige Bremsleitungen, sondern bietet auch Lenker, Brems- und Kupplungshebel sowie diverse andere Anbauteile an. Diese sehen nicht nur schick aus, sondern machen auch einen sehr hochwertigen Eindruck.

Gegen 16:00 Uhr wurde es langsam etwas leerer auf der Messe. Probesitzen war jetzt kein Problem mehr und man konnte sich die ausgestellten Motorräder auch mal etwas genauer anschauen.





Eine Motorrad-Legende haben wir dann durch Zufall auch noch getroffen: den Varahannes! Über 1.400.000 km auf Motorrädern gefahren, einfach ein sympathischer und sehr bodenständiger Typ. Dazu noch eine Koryphäe in Sachen Fahrsicherheit auf der Straße!


Verhungern und verdursten musste natürlich auch niemand auf der Messe. Die Preise waren natürlich auf Messe Niveau, aber sowas weiß man ja vorher.

Fazit
Würden wir nächstes Jahr wieder auf die Motorräder Dortmund gehen? Wohl eher nicht. Alles in allem war die Messe OK, aber die weite Anreise (300 km+ einfach) + Übernachtung etc. hat sich für uns nicht wirklich gelohnt. Dafür haben einfach einige Aussteller gefehlt, die noch interessant gewesen wären. Da ist man bei uns in der Gegend wahrscheinlich mit einem Sonntagsausflug zum Limbächer besser bedient. Auch das Argument „Messepreise“ ist im Jahr 2025 kein wirkliches Argument mehr. Die Rabatte, die man auf den Messen bekommt, werden oft 1:1 in den jeweiligen Onlineshops der Hersteller ebenfalls angeboten. Und man muss das Zeug dann nicht noch den ganzen Tag mit rumschleppen.
Wäre die HirschQ Bar in Dortmund dann nicht noch so ein Glücksfund gewesen, hätte man den Trip wohl unter „reden wir nicht mehr drüber“ verbuchen können.


